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Trafostation. Wer weiß wo? Ca. 1983
Trafostation. Wer weiß wo? Ca. 1983 (Samuel Degen)
Technische Anlagen und Einrichtungen
Kommentare: 1


Samuel Degen
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Vorheriges Bild:
Weiherhof mit Weiherhalle, ca. 1977  
 Nächstes Bild:
Im Hof der Orgelfabrik. Ca. 1988

Abriss der (Marstallgebäude?) Pferdeställe, 80er,


Abriss der (Marstallgebäude?) Pferdeställe, 80er,

            

Abriss der (Marstallgebäude?) Pferdeställe, 80er,
Beschreibung: Wer weiß wann genau? Habe ich leider vergessen. Im Hintergrund sieht man noch sehr schön links die alte Weiherhalle und ganz hinten das Gefängnis - seit 1999 Scheck In. Siehe untenstehenden Kommentar.
Schlüsselwörter: gefängnis, weiherhof, AU2008S
Datum: 11.08.2007 20:44
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Hinzugefügt von: Samuel Degen

Kommentar:
Gerhard Katz
Member

Registriert seit: 18.10.2007
Kommentare: 562
Im Weiherhof

gab es keine "Marstallgebäude". Ein Marstall ist per Definition ein oder mehrere Gebäude zur Unterbringung eines fürstlichen Reitstalles mit Pferden, Kutschen, Wagen und den notwendigen Lagern und auch menschlichen Unterkünften.

Die Ruine eines markgräflichen Marstallgebäudes stand noch in den 50ern in erhaltungswürdigem Zustand auf dem Platz des jetzigen Finanzamtes und wurde zu dessen Bau als unnütz abgerissen. Ein Teil eines Fenstergewändes liegt beim Prinzessenbau.

Die hier und bei anderen Bildbeschreibungen fälschlich als Marstallgebäude bezeichneten Bauten wurden vom kaiserlichen Militärfiskus für das in der Karlsburg untergebrachte Trainbataillon 14 errichtet. Dieser Verband war die Versorgungseinheit des XIV. Armeekorps.

Die alte Halle war die Reithalle des "Trains".

Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war das Bataillon gerade beim "Umzug" in seine neue Kaserne in der Weingartener Strasse.

Die Mobilmachung fand noch im Schloss und im Weiherhof statt.
24.08.2008 09:10 Offline Gerhard Katz spital8katz at web.de
Samuel Degen
Administrator

Registriert seit: 30.07.2007
Kommentare: 308
Danke Gerhard Katz

Vielen Dank für diese sehr informativen Ausführungen.
24.08.2008 12:48 Offline Samuel Degen info at durlach.org http://www.samueldegen.de
Samuel Degen
Administrator

Registriert seit: 30.07.2007
Kommentare: 308
Im Weiherhof doch Marstallgebäude

Das hat mir nun doch keine Ruhe gelassen. Ich habe deshalb mit dem Hochbauamt KA, dem Architekten Thomas Dueck Kontakt aufgenommen und ihn nach den Marställen befragt.
Sogar das ehemalige Feuerwehrgebäude im Weiherhof ist ein Marstall. Er hat mir dort das Tor aufgeschlossen, so dass ich die ehemaligen Pferdetränken innen an der Gebäuderückwand sehen und auch fotografieren konnte.
Hergestellt wurden diese Tränken, die meiner Schätzung nach über 30m lang noch erhalten sind, von der Firma Donecker in Karlsruhe. An dieser Gebäuderückwand Richtung Weiherhofbad sind zudem außen viele Eisenringe eingelassen, an denen die Pferde festgebunden waren.
30.08.2008 10:52 Offline Samuel Degen info at durlach.org http://www.samueldegen.de
Günter Heiberger
Administrator

Registriert seit: 25.06.2008
Kommentare: 180
Hmmm

Eisenringe für Pferde sind noch kein Beweis für Marställe, den 1. hatte wohl die Trainabteilung auch Pferde? und 2. scheint ein Marstall mehr zu sein wie nur ein Pferdestall??? Was würde Herr Katz dazu sagen?
03.09.2008 18:28 Offline Günter Heiberger guenterheiberger at gmail.com
Gerhard Katz
Member

Registriert seit: 18.10.2007
Kommentare: 562
Herr Degen,

Eisenringe zum Festbinden von Pferden gab es im Weiherhofgelände sehr viele. An sämtlichen Gebäuden sowie an der Innenseite der Umfassungsmauer. Tränktröge hat man auch gebraucht, denn der "Train" war ja noch 1914 zu praktisch 100% bespannt. Bei der Mobilmachung 1914 wurden übrigens die ersten Automobile "gemustert", d.h. erfasst und auch "eingezogen".

Die Herkunft der Tränktröge hinter dem alten Feuerwehrhaus ist leicht zu erklären, denn auch dieser Gebäudekomplex gehörte zu den Bauten der Trainabteilung und wurde 1924/25 zum Feuerwehrhaus umgebaut. Die Feuerwehrgeräte waren vorher im Rathaus untergebracht.

Ich weise Sie noch einmal auf die Definition eines "Marstalls" in meinem ersten Kommentar hin. Sie können sich auch bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Marstall vergewissern.

Der Begriff "Marstallgebäude" für die ehemaligen Weiherhof-Gebäude ist falsch und irreführend. Er gehört deshalb in sämtlichen Bildbeschreibungen durch die richtige Bezeichnung ersetzt, z. B. durch "Stallgebäude", "Remise" oder "Reithalle der Trainabteilung 14".

Herr Heiberger hat mich an die militärisch richtige Bezeichnung des "Trains" erinnert.
Es war eine "Trainabteilung", kein "Trainbataillon". Es steht ja so auch auf dem Denkmal. Danke!
29.09.2008 09:55 Offline Gerhard Katz spital8katz at web.de
Samuel Degen
Administrator

Registriert seit: 30.07.2007
Kommentare: 308
Doch Marställe

Laut dem Architekten Thomas Dueck vom Hochbauamt, den ich in dieser Sache nochmals angesprochen habe, war dieses tatsächlich ein "Marstall" Gebäude.
Herr Dueck ist für die Neugestaltung des Weiherhofes zuständig. Ich hatte bei ihm nachgefragt, um absolute Gewissheit in dieser Sache zu haben.
Er zeigte mir, wie bereist genannt, sogar in diesem Zusammenhang als Beleg für einen "Marstall" die Pferdetränken innen an der Rückwand der alten Feuerwehrhalle:
http://www.durlach.org/details.php?image_id=10416. Diese sind eindeutig als solche zu erkennen, owohl das Wasserbecken später oben zubetoniert wurde.
An der Gebäuderückseite waren außen auch noch die Ringe eingelassen, an denen die Pferde festgebunden waren.
http://www.durlach.org/details.php?image_id=10262

Mir ist an einer wirklich korrekten Klärung dieser wichtigen Sache gelegen und werde deshalb Ihre nachvollziehbare Argumentation ein 3. x beim Hochbauamt zur Überprüfung votragen. Danke für den wichtigen Hinweis.
10.03.2009 14:05 Offline Samuel Degen info at durlach.org http://www.samueldegen.de
Gerhard Katz
Member

Registriert seit: 18.10.2007
Kommentare: 562
Wer das Dogma

des städtischen "Experten" trotzdem sachte anzweifelt, kann ja mal hier für eine Definition des Begriffes "Marstall" nachsehen:

http://lexikon.meyers.de/wissen/Marstall

Auf wikipedia habe ich schon weiter oben hingewiesen. Auch scheinen Tausende von google-Treffern alle daneben zu liegen...
10.03.2009 15:56 Offline Gerhard Katz spital8katz at web.de
Samuel Degen
Administrator

Registriert seit: 30.07.2007
Kommentare: 308
Doch keine Marställe im Weiherhof

Außerhalb dieses Foto-Forums entstand eine lebhafte Diskussion, auch unter Einbeziehung von Herrn Dueck vom Hochbauamt sowie von Herrn Malisius vom Historischen Verein Durlach.

Um das Thema abzuschließen, stelle ich das jüngste E-Mail in dieser Sache, das von Herrn Katz, hier online.
Seine Argumente erscheinen mir am schlüssigsten, auch Herr Malisius schließt sich denen an:

"...... die Diskussion um die Bedeutung und korrekte Anwendung der Bezeichnung "Marstall" könnte längst abgeschlossen sein, wenn sich ALLE Beteiligten ein paar Minuten Zeit genommen hätten, um in Nachschlagewerken oder im Internet die entsprechenden Infos nachzulesen.

Diese Links habe ich selbst in früheren Mails oder Kommentaren zu Bildern bei Durlach.org eingestellt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Marstall, sowie:
http://lexikon.meyers.de/wissen/ Marstall;jsessionid=C19BE038C9E822EC57A538B05813E3
8B.jvm2

Weitere Links siehe Google.

Hier die kurze Definition von Meyers Konversationslexikon Online, Wiki ist wesentlich ausführlicher:

>> >>Mạrstall, Gesamtheit der Pferde sowie Gebäude für Pferde und Wagen einer fürstlichen Hofhaltung.<< (Das Viereck bezeichnet die Betonung) Entscheidend ist hier das Wort FÜRSTLICHEN. Die Speditionen Steffelin und Hegele hatten früher auch Pferde, Wagen und Gebäude, aber trotz dem keinen Marstall!

Wikipedia:<<Marstall (von althochdt.: marahstal, zusammengesetzt aus marah �Pferd� und stal �Stall�) war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für Pferdestall. Heute bezeichnet man als Marstall in fürstlichen Hofhaltungen die Gebäude für Pferde, Wagen, Kutschen und Geschirr bzw. die Gesamtheit aller Pferde eines Fürsten.>>usw. usw.
Man beachte URSPRÜNGLICH und HEUTE.

An EINEM fürstlichen Wohnsitz konnte es per Definition nur EINEN Marstall geben, der natürlich eine ganze Anzahl von Gebäuden umfassen konnte. Auch deshalb gab es keine "Marställe" im Weiherhof. Natürlich konnten an einem weiteren Residenzort auch ein weiterer Marstall vorhanden sein. Fürstens hatten ja oft mehrere Wohnsitze...

Noch einmal zur Entstehung und Zweck der mit dem Abriss des Feuerwehrhauses und des Jugendheims vollständig verschwundenen militärischen Weiherhof-Bebauung:

Zu dem nach der Reichsgründung 1871 aufgestellten XIV. (badischen) Armeekorps gehörte auch eine Trainabteilung, die Trainabteilung 14. Heute würde man diesen Verband Transportbatallion nennen. Seine Aufgabe bestand darin, den zu den zwei Divisionen des Korps gehörenden Kampftruppen Nachschub aller Art zuzuführen. Die Trainabteilung war zunächst in Karlsruhe, wohl mit der Artillerie in Gottesaue, stationiert und verlegte 1894 nach Durlach. Der Stab und die Masse des Personals wurden in der Karlsburg untergebracht. Auch in dem später als Finanzamt genutzten Schlossflügel an Stelle der jetzigen Schulbauten. Für die umfangreiche Ausstattung mit Fahrzeugen und Pferden mussten Neubauten erstellt werden. Diese bestanden aus einem rechtwinklig zum "echten" Marstall (unter Finanzamt neu) aufgeführten Neubau (Rasenfläche Finanzamt) und einem auf der anderen Straßenseite ebenfalls parallel zur Marstallstraße errichteten, langen Gebaude, in dessen Nordende nach dem WKrieg 2 die Firma Scherer (Elektromotore etc.) und im Südende die Segelflieger untergebracht waren. Das Obergeschoss des langen Gebäudes wurde noch in den 50er Jahren teilweise bewohnt.

Weitere Gebäude waren das spätere Feuerwehrhaus/Jugendheim sowie die Reithalle. Auch das nach dem WKrieg 2 von einer Lebensmittel- oder Getränkehandlung
(Reeb?,später Parkplatz) genutzte Gebäude im Nordteil des Grunstücks kann zu den Militärbauten gehört haben. Soweit nicht Gebäudemauern das Gelände abgrenzten war es mit einer über 2m hohen Sandsteinmauer umgeben, die in "erniedrigter" Form noch teilweise vorhanden ist. Die Erdgeschosse der Bauten (ausser Reithalle) dienten überwiegend als Pferdeställe und Wagenremisen, während das Obergeschoss(e) als Lagerräume und wohl auch als Unterkunft benutzt wurden. Weiterhin müssen eine Schmiede, eine Wagnerwerkstatt sowie eine Sattlerei vorhanden gewesen sein. Alle Gebäude waren im typischen Stil der Zeit mit gelblichen Backsteinen und relativ flachwinkligen Dächern errichtet und erinnerten an Gewerbebauten der Periode. Vielen älteren Durlachern werden noch die zahlreichen in die Mauern eingelassenen Eisenringe in Erinnerung sein, die zum Festbinden der Zugtiere dienten.

Der lebende und materielle Umfang der Abteilung war im Frieden weit geringer als nach einer Mobilmachung, wo er durch "Einziehung" von Gespannen und Fahrzeugen sowie Einberufung von Reservisten auf ein Mehrfaches des Friedensumfangs anschwoll. Deshalb reichte der verhältnismässig kleine Gebäudebestand aus.

Nach wenigen Jahren wurden die Verhältnisse wohl nicht mehr als ausreichend angesehen und ein Neubau (auch dieser ohne "Marstall"!) in Angriff genommen. Es entstand die neue Trainkaserne an der (Alten) Weingartener Strasse jenseits der Pfinz, sie wurde praktisch zum Kriegsausbruch 1914 fertig. Die badische Trainabteilung 14 hat diese Kaserne nicht mehr bezogen.
Die Mobilmachung fand noch am alten Platz im Weiherhof statt, der Train zog mit dem Armeekorps ins Feld. Zur Erinnerung an dieses Kapitel Durlacher Geschichte gibt es nur noch das Traindenkmal auf dem Schlossplatz und einige wenige Fotos.

Ich hoffe, dass das Thema "Marstall im Weiherhof" nun bald erledigt ist...

Gerhard Katz"
11.03.2009 19:06 Offline Samuel Degen info at durlach.org http://www.samueldegen.de



 

 

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